Die Insel Usedom

09. Juni 2011

Die wunderschöne Insel Usedom liegt langgestreckt vor der Mündung der Oder in die Ostsee und gehört etwa zu vier Fünfteln ihrer Fläche zu Deutschland und zu einem Fünftel zu Polen. Im Norden hat Usedom eine offene Küste zur Ostsee und im Süden umschließt die Insel die Boddengewässer des Haffs, Achterwasser genannt. Usedom hat eine Fläche von knapp 450 Quadratkilometern. Auf dem deutschen Teil der Insel leben permanent etwa 31 000 Einwohner und auf der polnischen Seite Usedoms, vor allem in der Hafenstadt Swinemünde, etwa 45 000 Einwohner. Die Insel ist ein Endmoränenprodukt der letzten Eiszeit, als riesige Gletscher die Erdmassen vor sich herschoben und nach Ihrem Abschmelzen diese als bogenförmige Ablagerung zurück ließen.

Usedom ist mit mehr als 1900 Stunden im Jahr die sonnenscheinreichste Region Deutschlands. Bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelten sich auf der Insel Usedom auf Grund ihres hervorragenden Klimas und seiner herrlichen Sandstrände prächtige Badeorte wie Heringsdorf, Zinnowitz, Koserow und Ahlbeck. Während des zweiten Weltkrieges wurde die gesamte Insel zu einem Rüstungsschwerpunkt und Testgebiet für neue Waffen, wie der V 1 und der V 2, umfunktioniert. Erst viele Jahre nach dem Krieg fasste der Tourismus hier langsam wieder Fuß. Zu DDR-Zeiten wurden Erholungsmöglichkeiten für die arbeitende Bevölkerung geschaffen, wobei allerdings die ehemaligen Strandpromenaden und Seebrücken vernachlässigt wurden. Erst nach der deutschen Wiedervereinigung erblühten die Badeorte wieder zu altem Glanz. Heute sind auch noch andere Orte als die oben bereits genannten sehr beliebt. Zu nennen wären fortführend solche schöne Ostseebäder wie Trassenheide, Karlshagen, Zempin, Kölpinsee und Ückeritz. Neben den schönen Sandstränden der Ostsee werden die Urlauber vor allem durch die Bäderarchitektur und die herrlichen Strandpromenaden und Seebrücken angelockt. Neue Hotels, Ferienwohnungen, Pensionen und Campingplätze schossen in den letzten Jahrzehnten wie Pilze aus dem Boden. Dennoch hat sich Usedom zum Glück noch seinen eigenen Charme bewahrt und es wurde vermieden, anders als an manchen spanischen und italienischen Küsten, mit Bettenburgen das Bild der Landschaft und die architektonische Harmonie zu zerstören.

Wolgast

17. Februar 2011

Fast alle Stadtteile von Wolgast liegen am westliche Ufer des Peenestromes. Dieser mündet zwischen der Insel Usedom und dem Festland in die Ostsee. Lediglich der Stadtteil Mahlzow liegt bereits auf Usedom.

Etwa Mitte des 13. Jahrhunderts wurde Wolgast das Stadtrecht verliehen. Die Stadt Wolgast war bis in das frühe 17. Jahrhunderts hinein der Sitz von Herzögen, deren Residenz das Wolgaster Schloss war. Leider verschwand das auf einer vom Peenestrom umflossenen Insel liegende Schloss bereits um das Jahr 1820 herum. Leider deshalb, weil es einer der schönsten Bauwerke der Renaissance in ganz Norddeutschland war.

Nach dem Dreizigjährigen Krieg befand sich ganz Vorpommern unter langjähriger schwedischer Herrschaft. Im ausgehenden 18. Jahrhundert nahmen die Industrie und der Handel einen spürbaren Aufschwung. Es entstanden Handels- und Speicherhäuser und die Wolgaster Reeder verfügten über 20 Handelsschiffe.

Die beiden Weltkriege überstand die Stadt, ohne markante Zerstörungen davon zu tragen. Dies ist auch und vor allem der kampflosen Übergabe von Wolgast Ende April 1945 geschuldet. Nach dem 2. Weltkrieg wurde zu DDR-Zeiten mit der Peene-Werft ein für die Stadt wichtiger Industriestandort errichtet. Hier wurden vor allem Schiffe für militärische Zwecke gebaut. Parallel dazu avancierte Wolgast zum Marinestützpunkt. Bis zum Jahre 1989 stieg die Zahl der Einwohner auf ungefähr 17 000.

Nach der Wende wurde neben dem historischen Stadtkern auch die Schlossinsel gründlich saniert. Die Streitkräfte der Marine wurden mit der Eingliederung der Volksmarine der DDR in die Deutsche Marine abgezogen. In den letzten beiden Jahrzehnten war die Arbeitsmarktsituation in und um Wolgast sehr angespannt. Dies schlug sich in einer zunehmenden Abwanderung vorwiegend junger Menschen in die westlichen Bundesländer nieder. Als Pforte zur Insel Usedom mit seinen zwei Brücken gewinnt Wolgast jedoch eine zunehmende Bedeutung für den Tourismus. Positiv bemerkbar macht sich dabei auch die in den Nachwendezeiten vorgenommenden Sanierungen im Kern der Stadt. Viele Urlauber, deren eigentliches Ziel Usedom ist, ziehen es vor, ihre Unterkünfte in Wolgast zu nehmen, da die Insel in wenigen Minuten erreicht werden kann.