Die wunderschöne Insel Usedom liegt langgestreckt vor der Mündung der Oder in die Ostsee und gehört etwa zu vier Fünfteln ihrer Fläche zu Deutschland und zu einem Fünftel zu Polen. Im Norden hat Usedom eine offene Küste zur Ostsee und im Süden umschließt die Insel die Boddengewässer des Haffs, Achterwasser genannt. Usedom hat eine Fläche von knapp 450 Quadratkilometern. Auf dem deutschen Teil der Insel leben permanent etwa 31 000 Einwohner und auf der polnischen Seite Usedoms, vor allem in der Hafenstadt Swinemünde, etwa 45 000 Einwohner. Die Insel ist ein Endmoränenprodukt der letzten Eiszeit, als riesige Gletscher die Erdmassen vor sich herschoben und nach Ihrem Abschmelzen diese als bogenförmige Ablagerung zurück ließen.
Usedom ist mit mehr als 1900 Stunden im Jahr die sonnenscheinreichste Region Deutschlands. Bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelten sich auf der Insel Usedom auf Grund ihres hervorragenden Klimas und seiner herrlichen Sandstrände prächtige Badeorte wie Heringsdorf, Zinnowitz, Koserow und Ahlbeck. Während des zweiten Weltkrieges wurde die gesamte Insel zu einem Rüstungsschwerpunkt und Testgebiet für neue Waffen, wie der V 1 und der V 2, umfunktioniert. Erst viele Jahre nach dem Krieg fasste der Tourismus hier langsam wieder Fuß. Zu DDR-Zeiten wurden Erholungsmöglichkeiten für die arbeitende Bevölkerung geschaffen, wobei allerdings die ehemaligen Strandpromenaden und Seebrücken vernachlässigt wurden. Erst nach der deutschen Wiedervereinigung erblühten die Badeorte wieder zu altem Glanz. Heute sind auch noch andere Orte als die oben bereits genannten sehr beliebt. Zu nennen wären fortführend solche schöne Ostseebäder wie Trassenheide, Karlshagen, Zempin, Kölpinsee und Ückeritz. Neben den schönen Sandstränden der Ostsee werden die Urlauber vor allem durch die Bäderarchitektur und die herrlichen Strandpromenaden und Seebrücken angelockt. Neue Hotels, Ferienwohnungen, Pensionen und Campingplätze schossen in den letzten Jahrzehnten wie Pilze aus dem Boden. Dennoch hat sich Usedom zum Glück noch seinen eigenen Charme bewahrt und es wurde vermieden, anders als an manchen spanischen und italienischen Küsten, mit Bettenburgen das Bild der Landschaft und die architektonische Harmonie zu zerstören.